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Los geht's

Fucking Corona

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Sexbranche während Corona

Hinter diesen unscheinbaren Türen floriert normalerweise das Geschäft. Seit Corona müssen die Türen zu Sex-Studios und Swinger-Clubs allerdings geschlossen bleiben. Die Kontaktsperre seit 16. März verbietet über 3.000 Sexarbeiter*innen die Arbeit.

Wie geht es der ohnehin ausgegrenzten und tabuisierten Sex-Branche mit der Pandemie? 
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Die Verlierer*innen der Krise

Shiva Prugger, die in der Szene auch unter ihrem Künstlernamen "Birgit La Sublime" bekannt ist, betreibt im 16. Wiener Gemeindebezirk ein Domina-Studio. Sie zählt noch zu den Privilegierten in der Branche. Die Maßnahmen haben sie trotzdem in voller Härte getroffen.
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Auch Swingerclub- und Sexkino-Betreiberin Cornelia Sparr musste ihre Lokale von einem auf den anderen Tag zusperren.
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Sexwork während Corona

Mit den Einschränkungen der Bundesregierung zu COVID-19 lag die Sexarbeit mit einem Schlag am Boden. Vielen wurde damit die Existenzgrundlage genommen, teils ohne finanzielle Kompensationen. Viele Betroffene wussten nicht weiter und auch die österreichische Bundesregierung schien mit der Situation überfordert. Ein konkreter Plan lag bis kürzlich nicht vor.
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„Während Corona hat sich bei den Frauen* alles darauf verlagert, die materielle Existenz zu sichern. Von jetzt auf gleich ist das Einkommen weggebrochen. Viele Selbstständige zahlen nicht in die Arbeitslosenversicherung ein und haben deshalb oft keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und keine Ersparnisse. Und wer undokumentiert gearbeitet hat, fällt sowieso aus dem Härtefallfonds raus. Viele unterstützen normalerweise ihre Familien im Heimatland oder sind alleinerziehend. Deshalb können davon ganze Familiennetze betroffen sein. Einigen ist die Wohnmöglichkeit weggebrochen, weil sie in den Studios gewohnt haben. Unser Arbeitsschwerpunkt hat sich quasi in Richtung humanitäre Hilfe verlagert: wir verteilen Lebensmittel, Sodexo-Gutscheine, Windeln und Waschpulver.“
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SOPHIE ist die Wiener Beratungsstelle für Frauen* in der Sexarbeit. Zentren wie dieses gibt es auch in anderen österreichischen Bundesländern. Ziel der Beratungsstellen ist es, Sexarbeiter*innen zu unterstützen und gleichzeitig nach außen hin Interessensvertretung zu sein.
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SOPHIE ist ein Beratungszentrum für Frauen* in der Sexarbeit in Wien. Ziel ist es die Handlungsspielräume von Sexarbeiterinnen zu erweitern einen geschützten Raum zu schaffen. In Wien gibt es 3.000 Frauen und 70 Männer, die in der Sexarbeit registriert sind.

Oelweingasse 6-8
1150 Wien
SOPHIE bietet auch Beratung in NÖ und Burgenland an.
http://www.sophie.or.at/   




TAMPEP gehört zum Verein LEFÖE und setzt sich für Migrant*innen in der Sexarbeit ein und bietet Beratungen an.

Kettenbrückengasse 15/4
1050 Wien
http://www.lefoe.at/index.php/tampep.html 

Die Caritas-Stelle LENA bietet Beratung für Personen in der Prostitution an.

Steingasse 25
4020 Linz
https://www.caritas-linz.at/hilfe-angebote/menschen-in-not/lena-beratungsstelle-fuer-menschen-die-in-der-prostitution-arbeiten-bzw-gearbeitet-haben/  

PIA berät Sexarbeiterinnen in Salzburg.

Sterneckstraße 31
5020 Salzburg
https://frau-und-arbeit.at/index.php/beratung/streetwork-pia   

IBUS ist die Tiroler Adresse für Sexarbeiter*innen, die Beratung und Interessensvertretung benötigen.

Schöpfstraße 19
6020 Innsbruck
https://www.aep-ibus.at/

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Einblicke in den Arbeitsalltag

Der Besuch eines Domina-Studios ist wahrlich nicht alltäglich. Wie genau läuft eine Domina-Session bei "Birgit La Sublime" ab? Welche Gerätschaften und Apparaturen nutzt sie? Shiva Prugger führt uns durch ihr kleines Studio.

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Wie genau kann man sich eigentlich einen klassischen Clubbesuch in Cornelia Sparrs Etablissement vorstellen? Eins ist auf jeden Fall sicher: Frotteebademäntel sind schon lange out! Stattdessen werden außergewöhnliche Dessous und Partykleidung gerne gesehen.
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Wie funktioniert die Branche?

Wie betrachten Sexolog*innen die aktuelle Situation der Sexarbeit? Welchen Stellenwert haben Berührungen für den Menschen? Was ist der genaue Unterschied einer konventionellen und einer sexuellen Berührung? 

Bettina Weidinger und Wolfgang Kostenwein vom österreichischen Institut für Sexualpädagogik klären auf. 



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Stigma und Tabu

Politik und Gesellschaft ignorieren die Branche aber nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie. Ein Leben am Rand der Unsichtbarkeit ist für viele Akteur*innen bitterer Alltag. 
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„Ich glaube Sexarbeit ist ein Thema, das gern übersehen wird, das viele ausklammern und worüber niemand gern spricht. Der Job ist ein an sich sehr stigmatisierter, wo sofort bestimmte Bilder und Vorstellung hochkommen. Stigmatisierung und Doppelmoral sind immer sehr präsent. Auch außerhalb von Corona wird nicht viel darüber gesprochen. Es ist sehr wichtig, dass das Thema jetzt medial präsent war und nach wie vor ist, und dass die Stimmen von Sexarbeiter*innen auch medial miteinbezogen werden.“


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Die Gewinner der Krise

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Die Branche verzeichnet nicht nur Verlierer. Pornhub geht als deutlicher Gewinner der Coronazeit hervor.

Trotz Ausgangsbeschränkungen wollen die Menschen also nicht auf Erotik verzichten. Das machte sich die Webseite Pornhub zu Nutzen und stellte den Premium-Zugang ab 25. März 2020 für alle Nutzer kostenfrei zur Verfügung. Die Folge: Ein rasanter Anstieg an weltweiten Pornhub-Nutzer*innen. Das Internet kennt eben keine Abstandsregeln.
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Ein knapp 23 prozentiger Anstieg der durchschnittlichen Nutzerzahlen mit Freischaltung der gratis Premiumversion weltweit mit 24.03.2020 spricht für sich.

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Auch Online-Sextoy-Händler haben mehr Umsatz gemacht. Eine vom Online-Versandhandel Orion durchgeführte Umfrage zeigt, wie sich das Sexverhalten der Kund*innen im deutschsprachigen Raum verändert hat. 
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Ausblick

Es ist Hoffnung in Sicht: Mit 1. Juli können viele Etablissements unter noch unbestimmten Bedingungen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Das gab die österreichische Regierung vergangene Woche bekannt. Die Ausfälle der letzten Monate nachzuholen wird illusorisch bleiben. Doch die Rückkehr zur Arbeit ist ein wichtiger erster Schritt. Allerdings zeigt dieser Einblick das Gesicht einer Branche, die dauerhaft mit Unsicherheit zu kämpfen hat. Nicht nur während der Coronakrise. 
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Große internationale Konzerne haben über die letzten Jahre gemerkt, dass Sex und Erotik gar nicht so schmuddelig sind und dass sich damit gutes Geld verdienen lässt. Doch genau das lässt die lokale Branche langsam und sicher verschwinden. Als Konsument*in kann man diesem Phänomen entgegen wirken und seine Sextoys vielleicht eher beim kleinen, etwas verruchten Sexshop um die Ecke zu kaufen, statt beim internationalen Versandhändler zu bestellen. Denn auch so kurbelt man die österreichische Wirtschaft an. 






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